Die Geschichte der Nerd-Brille

Die Geschichte der Brille reicht bis in die Antike zurück. Bereits in der Antike gab es eine Vorform der heutigen Sonnenbrillen, denn der römische Kaiser Nero hatte eine Art Sonnenschutzglas aus grünen, durchsichtigen Mineralen und Gläsern gegen das Blenden der Sonne in der Arena. Dieser Sonnenschutz kann als Vorreiter der heutigen Sonnenbrille bezeichnet werden. Es gibt Vermutungen, dass die Brille in einem Kloster in Oberitalien erfunden wurde, dies war 1280. Die Glaswerkstätten von Murano, waren zu dieser Zeit der bedeutendste Standort für die Herstellung von Glas. Wissenschaftliche Kenntnisse über die Brechung des Lichts, die mit der arabisch-islamischen Wissenschaft der Optik eingeführt wurde, bildeten die Grundlagen für die Erfindung der Brille. Mit der ersten Lesehilfe wurde eine erhebliche Vergrößerung der Schriftzeichen erreicht, denn die Lesehilfe wurde mit ihrer ebenen Fläche auf die Schriften gelegt. So kam es das Altersichtig gewordene Klosterbrüder plötzlich wieder lesen konnten. Im 15. Jahrhundert gab es bereits die ersten Brillenfassungen, diese waren aus den Materialien Eisen, Holz, Horn oder Knochen. Die Materialien sowie die Formen wurden im Laufe der Zeit immer vielfältiger. Ab dem 16. Jahrhundert wurde die Typenvielfalt erweitert, es gab zum Beispiel Riemenbrillen, diese wurde mit einem breiten Lederriemen am Kopf geschnallt und es gab auch die Fadenbrille, diese Brille war mit Schlingen und Bügel versehen, diese Brille wurde am Ohr befestigt. In der Zeit 17. und frühes 18. Jahrhundert wurde die Nürnberger Drahtbrille zum erfolgreichsten Brillenmodell der damaligen Zeit. Bis ins 19. Jahrhundert wurde die Nürnberger Drahtbrille als Massenprodukt sehr erfolgreich verkauft. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt Rathenow zur führenden deutschen Produktionsstätte für Brillen und blieb dies auch bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein.

In der zweiten Jahrhunderthälfte kam es zur glastechnischen Revolution, diese wurde durch Carl Zeiss und Otto Schott geprägt. Zu dieser Zeit hatte die Brillenproduktion einen Stand erreicht, an den sie noch heute anknüpft. Bis Anfang der 1980er Jahre gab es in Deutschland nur sechs Kunststoff-Fassungen für Erwachsene sowie zwei für Kinder. Die Kosten für diese Fassungen wurden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sie wurden aus diesem Grund auch Kassengestelle genannt. Im Jahr 1972 wurde von Günther Fielmann in Cuxhaven ein Augeoptikfachgeschäft gegründet, er erkannte sehr schnell die Marktlücke im Bereich der Kassenbrillen, diese waren bei den Kunden sehr unbeliebt. Durch einen Sondervertrag den Fielmann mit der AOK schloss, endete in Deutschland die Zeit der Einheitskassenbrillen. Brillen sind in der heutige Zeit nicht nur Sehhilfen, sondern sie zählen auch zu den beliebten Mode Accessoires.

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